Geschichte

Geschichtliches

Wo einst Kaiser und Könige jagten

Etwa 25 Kilometer südwestlich der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover liegt das ehemals welfische und später preußische Jagdschloss Springe am nördlichen Rand des Sauparks. Es handelt sich um ein 1600 Hektar großes Waldgebiet im Kleinen Deister, welches mit einer 16 Kilometer langen Mauer eingefriedet ist.

Mit der Aufteilung des Herzogtums Heinrichs des Löwen entstand Ende des 12. Jahrhunderts auch die Grafschaft Hallermunt mit ihrer Burg auf einem vorgelagerten Bergkegel, der, oberhalb des Jagdschlosses Springe gelegen, heute noch „Hallermuntskopf“ genannt wird, obwohl von der Burganlage selbst nichts mehr zu sehen ist. Im 13. Jahrhundert gelangte dieses Gebiet wieder in den Besitz der Welfen. Die Herzöge von Braunschweig und Lüneburg gaben es anfangs als Pfandobjekt an Lehnsherren, doch wurde das Lehen um die Mitte des 15. Jahrhunderts nach der Zerstörung der Burg eingezogen und dem welfischen Fürstentum Calenberg eingegliedert.
1692 stieg das Herzogtum Calenberg (Hannover) zum Kurfürstentum auf und machte Hannover zu seiner Hauptstadt. Damit waren die Waldungen uneingeschränktes hannoversches Eigentum, was sie über die gut anderthalb Jahrhunderte der kurfürstlichen und der nachfolgend königlichen Zeit bis zum Jahre 1866 blieben. Nach der verlorenen Schlacht von Langensalza 1866 wurde das Königreich Hannover eine preußische Provinz. Seit 1946 steht das Gebiet unter niedersächsischer Verwaltung.

Inzwischen beherbergt das im klassizistischen Stil gestaltete Jagdschloss Springe ein Museum für Natur, Jagd und Kultur. Lavessaal und Kaisersaal legen ein beeindruckendes Zeugnis ab von der damaligen kaiserlichen Pracht. Großflächige Wandbilder sowie Darstellungen vielfältiger Biotope ermöglichen spannende Einblicke in die Lebensweise einheimischer Tierarten, ergänzt durch interaktive Computer-Installationen, Beamer-Projektionen und Ton/Bild-Schauen. Darüber hinaus sorgt der Kulturkreis Springe mit Konzertveranstaltungen für besonderen Hörgenuss.

Der „Lavessaal“, das ursprüngliche Speisezimmer, zeigt mit seiner stuckimitierenden Ausmalung die prachtvollste klassizistische Innenausstattung im Schloss. Bei einer sorgfältigen Restaurierung in den Jahren 1988 bis 1993 wurden die überputzten ursprünglichen Decken- und Wandmalereien freigelegt, durch Retusche ergänzt, restauriert sowie – sofern sie zerstört waren - nach Vorlagen neu gefasst.

Die Jagden des hannoverschen Hofes trugen überwiegend familiären Charakter. Die Aufnahme aus dem Jahre 1865 zeigt eine Jagdgesellschaft vor dem Jagdschloss. Von links Oberjägermeister von Reden, Königin Marie von Hannover, Kronprinz Ernst August von Hannover und mit dem Hut in der Hand: Hofmarschall Graf Wedel.

Der Kaisersaal

Erbaut: zwischen 1878 und 1880.
Restauriert: von Herbst 1999 bis Sommer 2000.
Größe:   105 m², zirka 80 Tisch-, 130 Sitz- oder 150 Stehplätze.
   
 
 

Das Wisentgehege und die Gehegeschule

1928 wurde im Saupark das Wisentgehege gegründet, um den europäischen Wisent vor dem Aussterben zu bewahren. Der Aufbau einer Zucht, zusammen mit weiteren Stationen, konnte den Bestand dieser heute wieder in freier Wildbahn Osteuropas vorkommenden Tierart vor dem Aussterben bewahren.
Derzeit beherbergt das Wisentgehege 120 verschiedene Tierarten mit insgesamt 500 Tieren auf einer Fläche von ca. 90 ha. Es handelt sich dabei ausschließlich um Tierarten, die in Mitteleuropa noch vorkommen oder früher dort lebten. Die Gehegeschule ist eine umweltpädagogische Einrichtung der niedersächsischen Landesforstverwaltung. Sie führt erlebnis- und handlungsorientierte Betreuungen für Kinder und Jugendliche durch und ist so Ansprechpartner für Kindergärten und Schulen.